FHH-Kongreß 15.7.-17.7.2005 Bertelsmann - ein globales Medienimperium macht (Hochschul-) Politik Die Bertelsmann AG ist eines der größten Medienunternehmen der Welt. Bertelsmann und andere große Konzerne treiben weltweit die Umstrukturierung und Privatisierung des Bildungswesens voran, um neue Märkte zu erschließen und "geistiges Eigentum" und Bildungsdienstleistungen gewinnbringend verkaufen zu können. In der Bundesrepublik ist das von der Bertelsmann Stiftung mitgegründete und überwiegend finanzierte Centrum für Hochschulentwicklung - CHE - bei der Durchsetzung von Hochschulreformen und Studiengebühren allgegenwärtig. Unterstützt wird es hierbei nicht nur von den konzerneigenen Medien, sondern auch durch vielfältige und enge Kooperation staatlicher Institutionen - trotz oder gerade wegen der Abhängigkeit des CHE von den privaten Interessen des Medienkonzerns.
"Kein demokratischer Prozess kontrolliert die sich hier formierende Autorität wirklich." (Thomas Lehning 2003).
Dieser Kongress möchte dazu beitragen, dass sich das ändert.
Referenten
Prof. em. Dr. iur. Martin Bennhold Rechtssoziologe an der Uni Osnabrück, Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi).
Eckart Spoo Journalist, hat mehr als 35 Jahre für die Frankfurter Rundschau gearbeitet und ist jetzt Herausgeber und verantwortlicher Redakteur der in Berlin erscheinenden Zweiwochenschrift Ossietzky.
Hersch Fischler Journalist, Autor, Politikwissenschaftler. Seit 1993 tritt Hersch Fischler mit Aufsehen erregenden Publikationen zur Zeit- und Mediengeschichte hervor. Das Bekanntwerden seiner Recherchen über die Tätigkeit von Bertelsmann im dritten Reich zwang den Konzern 1998 zur Einsetzung einer Historischen Kommision und entlarvte die bis dahin geltende Legende vom »guten« Widerstandsverlag.
Dr. Oliver Schöller Diplom-Politologe und Diplom-Soziologe,
Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, Lehrbeauftragter an der Humboldt-Universität Berlin, Mitglied der Forschungsgruppe Buena Vista Neoliberal.
Programm
Freitag:
18:30 - 22:00 Uhr
Podiumsdiskussion, Einstiegsreferate:
Hörsaal Erziehungswissenschaft
Von-Melle-Park 8 (Campus)
Prof. Martin Bennhold:
Hochschulreformpolitik als Politik der Unterwerfung
Hersch Fischler:
Wie Reformen gemacht werden. Die Bertelsmann Stiftung und ihr politischer Einfluss
Dr. Oliver Schöller:
Gestiftete Bildung: Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) - Erfolgreich durch Bündnisstrategie
Horst Bethge:
Bertelsmann macht Schulpolitik
Samstag:
Referate und Diskussion:
HWP, Von-Melle-Park 9 (Campus)
9:30 - 11 Uhr
Eckart Spoo:
Medienkonzentration und Demokratie
11:30 - 13:00 Uhr
Hersch Fischler:
Geschichte des Bertelsmann-Konzerns und seiner Stiftung
14:30 - 16:00 Uhr
Prof. Martin Bennhold:
Medienkonzerne und ihre Funktion in der gegenwärtigen Hochschulreformpolitik - nationale und internationale Interessen
16:30 - 18:00 Uhr
tba
Das CAP - Centrum für angewandte Poltikforschung - Bertelsmann-finanzierte Drittmittelforschung an der Uni München für ein kriegerisches und autoritäres EU-Regime
19:00 - 20:30 Uhr
Forum: Ärger mit dem CHE an der eigenen Hochschule oder eine Ausarbeitung über das Wirken von Bertelsmann in sonstigen Bereichen - hier findet sich Raum für Kurzbeiträge durch die TeilnehmerInnen. Bitte möglichst vorher anmelden.
Sonntag:
11:00 - 14:00 Uhr
Workshop: Entwicklung von Handlungsperspektiven
HWP, Von-Melle-Park 9 (Campus)
Materialien zur Vorbereitung:
Martin Bennhold:
Die Bertelsmann Stiftung, das CHE und die Hochschulreform:
Politik der ´Reformen´ als Politik der Unterwerfung
In: Ingrid Lohmann / Rainer Rilling (Hg.):
Die verkaufte Bildung - Kritik und Kontroversen zur Kommerzialisierung von Schule, Weiterbildung,
Erziehung und Wissenschaft. Opladen 2002, 279-299.
http://www.erzwiss.uni-hamburg.de/Personal/Lohmann/Materialien/bennhold.pdf
Oliver Schöller:
Bertelsmann geht voran. Zur gesellschaftspolitischen Bedeutung eines deutschen Think Tank
http://www.rosalux.de/cms/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Utopie_kreativ/155/155_schoeller.pdf
Frank Böckelmann/Hersch Fischler:
"Apparat der Selbstverklärung"
Bertelsmann: Hinter der Fassade des Medienimperiums
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18748/1.html
Eckart Spoo:
Pressefreiheit. Mißbrauch publizistischer Macht. Die Demokratie in Deutschland und die Eigentumsverhältnisse in den Medien. Eine Analyse (Teil 1)
http://www.jungewelt.de/2004/03-10/004.php
Weitere Materialien unter:
http://www.sozialplenum.de/privatisierung/materialindex.html
UnterstützerInnen: Rosa-Luxemburg-Stiftung, Rosa-Luxemburg-Bildungswerk Hamburg, GEW, AStA Uni Hamburg, Ex-AStA HWP, AStA HAW, AStA TUHH, AStA Uni Lüneburg, AStA Uni Bremen, IZS - Interessengemeinschaft zahlungsunwilliger Studierender, DGB Campus Office Hamburg.
Catering: Café Knallhart
Es wird kein Teilnahmebeitrag erhoben.
Weitere Informationen, Anmeldung: bertelsmannkritik@web.de zurück |
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